Burg Gleiberg im Sonnenuntergang

Wahlprogramm Kommunalwahl 15.03.2026 Bündnis 90/Die Grünen Wettenberg

Gemeinsam geht’s:
Klimaschutz, der wirkt
Lebensqualität, die alle erreicht

Wettenberg ist ein Ort mit starker Gemeinschaft, großem Naturreichtum und guter Lage – und zugleich mitten in den Herausforderungen unserer Zeit: Hitze, Starkregen, steigende Energiekosten, Flächenkonkurrenz, Mobilitätsdruck, Fachkräftemangel in Betreuung und Verwaltung. Unser Anspruch ist klar: Wir schützen Lebensgrundlagen und stärken das Miteinander – mit Lösungen, die praktisch funktionieren und fair sind. 

Wir halten am Ziel der Klimaneutralität fest und verankern Klimaschutz dauerhaft in kommunalen Entscheidungen – unter anderem durch einen starken Klimarat als festen Bestandteil der Gemeindeentwicklung. 

Klimaschutz sichert Lebensgrundlagen – und senkt Kosten

Klimaschutz ist für uns keine Symbolpolitik, sondern Daseinsvorsorge: Er schützt Gesundheit, Infrastruktur, Wald, Landwirtschaft und private Haushalte vor immer teureren Schäden. Gleichzeitig senkt er langfristig Energiekosten und macht Wettenberg resilienter. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/flaechenverfuegbarkeit-flaechenbedarfe-fuer-den

Unser Kurs:
• Klimaneutralität konsequent verfolgen – mit messbaren Zwischenzielen, transparenter Berichterstattung und klaren Verantwortlichkeiten.
• Wettenberger Klimarat stärken: frühzeitig einbinden, damit Klimaschutz nicht „oben drauf“ kommt, sondern Planungsstandard wird.
• Erneuerbare Energien weiter ausbauen – mit guter Planung, lokaler Wertschöpfung und nachvollziehbaren Kriterien für Natur- und Artenschutz.

Klimaanpassung, die wirkt – Schutz vor Starkregen und Hitze

Die Extremwetterlage ist längst da. Darum machen wir Wettenberg widerstandsfähig: durch mehr Grün, Wasser, Schatten und kluge Flächennutzung.

Konkret heißt das:
• Mehr Grün statt mehr Asphalt: Entsiegeln, wo es möglich ist; Regenwasser vor Ort halten statt wegleiten.
• Regenrückhalt und Schwammstadt-Prinzip: Mulden, Rückhalteflächen, durchlässige Beläge, Versickerung – besonders an neuralgischen Punkten.
• Verschattung und Hitzeschutz in Planung und Infrastruktur: Bäume, Aufenthaltsqualität, kühle Wege, hitzerobuste Gestaltung öffentlicher Räume. 

Natur & Biodiversität – Lebensgrundlage messbar schützen

Biodiversität ist nicht „nice to have“. Sie ist die Basis für stabile Ökosysteme, Bestäubung, Wasserhaushalt und Klimaresilienz.

Unser Vorschlag: ein kommunaler Biodiversitätsplan mit messbaren Zielen, damit Naturschutz nicht vom Zufall abhängt:
• Mehr heimische Blühpflanzen, artenreiche Saumstrukturen und Biotopverbünde.
• Naturnahe Pflege statt Sterilgrün: weniger Schotter, mehr Struktur, mehr Lebensräume. 

Wald & Forst verantwortungsvoll – Schutz, Pflege, Zukunftsfähigkeit

Der Krofdorfer Forst ist ein Schatz – ökologisch, klimatisch und als Erholungsraum. Er ist zudem in Teilen Natura-2000/FFH-relevant, was besondere Anforderungen an Schutz und Management stellt. 

Unsere Priorität: Erhalt, Stabilisierung und nachhaltige Entwicklung des Waldes – gerade unter Klimastress (Trockenheit, Borkenkäfer, Stürme).

Dazu gehören bei uns:
• Wildniswald-Optionen prüfen: Wo ist mehr natürliche Entwicklung sinnvoll, wo braucht es aktive Waldpflege?
• Naturschutz stärken – mit klaren Regeln zu Habitatbäumen, Totholz, Ruhebereichen und naturverträglicher Nutzung (FSC)
• Waldhausstraße für motorisierten Verkehr sperren: weniger Lärm, weniger Gefahrenstellen, mehr Ruhe und Schutz für Tiere – und ein deutlich besseres Walderlebnis für Menschen. 

Windkraft im Krofdorfer Forst: ehrlich, faktenbasiert, verbindend

Wir wissen: Das Thema Windkraft bewegt – und spaltet teils. Uns ist wichtig, dass wir darüber ohne Unterstellungen, mit Respekt und mit belastbaren Fakten sprechen.
Der Wald bleibt Priorität
Für uns ist der Wald kein „Rohstofflager“ und kein Verhandlungsmasse-Objekt. Er ist Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsort. Genau deshalb setzen wir auf Regeln, Schutzkonzepte und Transparenz.
Eingriff und Verhältnis: 1,5 Hektar für 3 Anlagen sind eine sehr kleine Flächenquote
Der Krofdorfer Forst umfasst rund 4.200 Hektar.
Wenn für drei Windenergieanlagen zusammen 1,5 Hektar dauerhaft beansprucht würden, entspräche das rund 0,036 % der Waldfläche – also ein sehr kleiner Anteil. (Zum Vergleich: Fachquellen nennen im Wald im Mittel etwa ~0,5 ha Flächenbedarf pro Anlage; zusätzlich gibt es temporäre Bauflächen, die anschließend wieder aufgeforstet werden.)
Warum Windkraft trotzdem ein wichtiger Baustein ist
• Windenergie liefert klimafreundlichen Strom und reduziert fossile Abhängigkeiten. Das schützt langfristig auch Wälder und Arten, weil Klimafolgen (Hitze, Trockenheit, Extremwetter) zu den größten Wald-Risiken zählen.
• Entscheidend ist nicht „Windkraft: ja/nein“, sondern wo, wie und mit welchen Schutzauflagen. Genau darauf bestehen wir: naturverträgliche Planung, artenschutzfachliche Prüfungen, klare Wegeführung, Minimierung von Rodung/Versiegelung, Wiederaufforstung temporärer Flächen.
Spaltung vermeiden: So nehmen wir die Menschen mit
Wir wollen keine Lagerbildung „Wald gegen Klima“ – beides gehört zusammen. Darum setzen wir auf:
• Transparenz über Kriterien, Gutachten, Alternativen,
• Ansprechbarkeit vor Ort
• klare Leitplanken: Schutzgebiete respektieren, Eingriffe minimieren, Ausgleich sauber regeln.

Planen & Wohnen – flächensparend, bezahlbar, klimatauglich

Wettenberg braucht Wohnraum – aber nicht um den Preis immer neuer Flächenversiegelung.

Unsere Leitlinien:
• Neue Wohngebiete nur flächensparend, Nachverdichtung maßvoll und mit guter Infrastruktur.
• Kommunale Flächen bevorzugt in Erbpacht: Das hält Gestaltungsspielräume in der Gemeinde und unterstützt bezahlbare Modelle.
• Klima- und Energiestandards als Normalfall, nicht als Ausnahme.  

Klimaresiliente Orte – schön, kühl, lebenswert

Ortskerne, Ortseingänge und Grüninseln können mehr: Orientierung, Aufenthaltsqualität, Hitzeschutz, Biodiversität.

Wir setzen auf:
• Aufwertung von Ortseingängen und Grüninseln,
• Baumpatenschaften stärken,
• Nachpflanzungen nach bewährten Konzepten wie dem Stockholmer Modell, wo es passt (bessere Wurzelräume, robustere Stadtbäume). 

Mobilität, die im Alltag funktioniert – für alle

Mobilität ist Freiheit. Aber sie darf nicht bedeuten: ohne Auto geht nichts.

ÖPNV verlässlich ausbauen
• Bessere Taktung abends und am Wochenende, damit Arbeit, Ehrenamt, Freizeit auch ohne Auto möglich sind. 

Radverkehr sicher machen
• Radweg an der Wetzlarer Straße aufwerten, sichere Querungen schaffen.
• Verbindung Krofdorf–Gießen verkehrssicher ausbauen, inkl. sinnvoller Lösungen über/unter der Autobahn. 

Tempo, Ordnung, Laden
• Tempo 30 innerorts ausweiten, ruhenden Verkehr besser ordnen.
• Ladeinfrastruktur dort ausbauen, wo sie gebraucht wird – und Nutzung vereinfachen. 

Soziales & Barrierefreiheit – niemand bleibt außen vor

Eine gute Gemeinde erkennt man daran, wie leicht alle mitkommen – Kinder, Ältere, Menschen mit Einschränkungen.

Wir wollen:
• Kitas stärken, gute Arbeitsbedingungen und verlässliche Angebote.
• Sozialstation unterstützen, weil Pflege und Hilfe vor Ort zählt.
• Barrierefreiheit konsequent verbessern: Wege, Querungen, Zugänge, Beschilderung – Schritt für Schritt, aber systematisch. 

Freizeit & Lebensqualität – Wasser, Versorgung, Aufenthaltsorte

Wettenberg lebt von seinen Naherholungsorten – die sichern wir.
• Freibad sowie Wißmarer und Launsbacher See sichern, Freibad-Sanierung eng begleiten.
• „Nette Toilette“, Trinkbrunnen und Toiletten an Mehrgenerationenplätzen – weil Lebensqualität auch pragmatisch ist. 

Kultur, Vereine, Jugend & Demokratie – Zusammenhalt stärken

Demokratie lebt lokal: Vereine, Ehrenamt, Jugendangebote, Erinnerungskultur.
• Vereine und Ehrenamt verlässlich unterstützen, statt sie mit Bürokratie allein zu lassen.
• Jugendräume ausbauen – echte Orte für Jugendliche, nicht nur „Bitte verhaltet euch leise“.
• Erinnerungskultur stärken, Haltung zeigen gegen Ausgrenzung.
• Die Golden Oldies bleiben! 

Wirtschaft & Finanzen – solide, zielgerichtet, zukunftsfähig

Gute Politik muss finanzierbar sein – und investieren, wo es Wirkung hat.
• Solide Haushaltsplanung am Machbaren orientiert.
• Gewerbe gezielt fördern, nicht beliebig Flächen ausweisen.
• Erneuerbare Energien als Standortfaktor nutzen – für planbare Energie, regionale Wertschöpfung und Zukunftsjobs.
• Edeka-Neubau Wißmar unterstützen, wenn er die Nahversorgung stärkt und gut eingebunden ist. 

Digitale Verwaltung – transparent, schnell, erreichbar

Verwaltung muss modern sein, aber nicht unpersönlich.
• Digitale Anträge und transparente Verfahren, schnellere Bearbeitung.
• Mängelmelder verbessern, damit Hinweise wirklich zu Lösungen führen.
• Hybride Sitzungen ermöglichen (vor Ort und digital), damit mehr Menschen teilnehmen können.
• Erreichbarkeit sichern: digital ja, aber mit menschlicher Ansprechbarkeit. 

Bürgerbeteiligung stärken – Mitwirkung, die ihren Namen verdient

Beteiligung darf kein Feigenblatt sein. Sie muss früh starten und echte Optionen eröffnen.
• Frühe Einbindung, bevor alles festgezurrt ist.
• Transparente Entscheidungen: nachvollziehbar, begründet, dokumentiert.
• Mitwirkung vor Ort und digital, damit nicht nur die Lautesten gehört werden. 

Mehr Leben vor Ort – gemeinsam, nicht gegeneinander

Unser Angebot ist klar: Wettenberg klimaresilient machen, Natur erhalten, Mobilität verbessern, soziale Infrastruktur stärken und die Menschen ernst nehmen. Gerade bei strittigen Themen wie Windkraft gilt für uns: zuhören, abwägen, sauber begründen – und Lösungen so bauen, dass sie verbinden statt zu spalten.

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